Politische Bildung

POLIS Team

Übernommen aus: Vera Sperisen und Claudia Schneider, POLIS, Nr. 11 (2019). Adaptiert für PB-Tools von Manuel S. Hubacher.

Was ist Politische Bildung?

Demokratische Staats- und Lebensformen sind nicht der Regelfall, sondern die historische Ausnahme. Eine Annäherung an das Ideal einer demokratischen Gesellschaft gelingt immer dann, wenn Menschen für demokratische Grundprinzipien wie das freie Wahlrecht, die Gewaltentrennung, die Rechtsstaatlichkeit, das Einhalten der Menschenrechte und die Meinungs- und Pressefreiheit einstehen und sich in das politische System einbringen. Hierzu braucht es kritische, engagierte, solidarische und verantwortungsbereite Menschen, die bekanntlich nicht vom Himmel fallen. Politische Bildung soll das Interesse für Politik wecken und demokratische Werte vermitteln.
Jugendliche stimmen im Nationalratssaal per Handzeichen ab.
© Zentrum für Demokratie Aarau ZDA

Umsetzung der Politischen Bildung

Am Anfang von Lernprozessen steht die Neugier. Politische Bildung soll das Interesse wecken und aufzeigen, wie, wann und warum Politik relevant und spannend ist. Bei der Annäherung an politische Themen müssen die Lernenden trotz offener Fragen eine Verbindung zu bisher Bekanntem herstellen können (Schüler*innenorientierung). Damit Schüler*innen ihre eigene Meinung bilden können, dürfen sie einerseits nicht durch vorgefertigte Meinungen überwältigt werden (Überwältigungsverbot). Andererseits müssen dafür gesellschaftliche und wissenschaftliche Kontroversen auch im Unterricht als kontrovers erscheinen (Kontroversitätsgebot).

Politische Kompetenzen

Für die inhaltliche Vertiefung ist politisches Grundwissen unerlässlich. Dieses erschöpft sich aber nicht darin, Daten und Fakten auswendig zu lernen. Schüler*innen sollen sich stufengerecht mit politischen Begriffen und Konzepten auseinandersetzen, diese inhaltlich anreichern und vernetzen. Gleichzeitig ist auch das kritische Denken der Schüler*innen zu stärken. Sie sollen eine politische Analyse- und Urteilsfähigkeit entwickeln, um gesellschaftliche Zustände und politische Ereignisse selbstständig einzuordnen und kritisch zu hinterfragen. Die dafür notwendigen Kompetenzen lassen sich zu vier Kompetenzbereichen zusammenfassen: Sach-, Urteils-, Handlungs- und Methodenkompetenz

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